Unternehmensziele · Kennzahlen · Kooperation · Markt · Konjunktur
Grundlagen des Wirtschaftens
Unternehmensziele · Kennzahlen · Kooperation · Markt · Konjunktur
Überblick
Warum wirtschaftlich handeln?
Knappe Mittel zwingen zu Entscheidungen
Knappe Mittel
- Geld
- Zeit
- Rohstoffe
- Personal
- Maschinenkapazität
Mit begrenzten Mitteln soll ein möglichst gutes Ergebnis erreicht werden.
Wirtschaftlichkeitsprinzip
Minimalprinzip vs. Maximalprinzip
Minimalprinzip
Ziel ist fest.
Mit möglichst geringem Mitteleinsatz erreichen.
Maximalprinzip
Mittel sind fest.
Mit den vorhandenen Mitteln möglichst viel erreichen.
Unternehmensziele
Ökonomisch · Ökologisch · Sozial
Ökonomisch
Gewinn steigern, Umsatz erhöhen, Kosten senken, Marktanteil ausbauen.
Ökologisch
Energie sparen, Emissionen senken, Abfall vermeiden, Ressourcen schonen.
Sozial
Arbeitsplätze sichern, faire Bedingungen, Chancengleichheit, Vereinbarkeit.
Zielbeziehungen
Wie beeinflussen sich Ziele gegenseitig?
| Beziehung | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Komplementär | Ziele unterstützen sich. | Energie sparen → Kosten senken |
| Konkurrierend | Ziele behindern sich. | Kosten senken ↔ bessere Sozialleistungen |
| Neutral | Keine wesentliche gegenseitige Wirkung. | Neue Firmenfarbe ↔ Lagerbestand reduzieren |
Zielhierarchie & Zielkonflikte
Nicht jedes Ziel ist gleich wichtig
Bei Zielkonflikten muss ein Unternehmen priorisieren. Höher gewichtete Ziele können Vorrang erhalten.
Formalziele und Sachziele
Was soll erreicht werden – und womit?
Sachziele
Beziehen sich auf den eigentlichen Leistungszweck des Unternehmens.
Beispiele: Produkte herstellen, Dienstleistungen erbringen, bestimmte Mengen/Qualitäten anbieten.
Formalziele
Beziehen sich auf den wirtschaftlichen Erfolg.
Beispiele: Gewinn, Rentabilität, Wirtschaftlichkeit, Liquidität.
Gewinnerzielung
Erträge und Aufwendungen
Erträge
Wertzuwachs, z. B. Verkaufserlöse oder Zinserträge.
Aufwendungen
Werteverzehr, z. B. Ware, Gehälter, Miete.
Wirtschaftlichkeit
Output im Verhältnis zum Input
| Ergebnis | Aussage |
|---|---|
| > 1,0 | wirtschaftlich |
| = 1,0 | ausgeglichen |
| < 1,0 | unwirtschaftlich |
Rentabilität
Wie stark rentiert sich ein eingesetzter Wert?
Umsatzrentabilität
Kapitalrentabilität
Produktivität
Mengenmäßiger Output pro Faktoreinsatz
- Output: Stückzahl, Vorgänge, Leistungen
- Input: Arbeitsstunden, Personal, Maschinenstunden
- Produktivität ist häufig mengenbezogen.
Kennzahlen auseinanderhalten
Typischer Prüfungsfehler
| Kennzahl | Was wird verglichen? | Typisches Ergebnis |
|---|---|---|
| Gewinn | Erträge − Aufwendungen | € |
| Wirtschaftlichkeit | Output ÷ Input (wertmäßig) | Verhältniszahl |
| Rentabilität | Gewinn ÷ Bezugsgröße | % |
| Produktivität | Mengenoutput ÷ Faktoreinsatz | z. B. Stück/h |
Erwerbswirtschaftliches und gemeinwirtschaftliches Prinzip
Erwerbswirtschaftlich
Gewinnerzielung bzw. wirtschaftlicher Erfolg steht im Mittelpunkt.
Typisch für privatwirtschaftliche Unternehmen.
Gemeinwirtschaftlich
Bedarfsdeckung bzw. Versorgung der Allgemeinheit steht im Vordergrund.
Gewinn ist nicht zwingend das Hauptziel.
Prüfungsaufgabe: Wirtschaftlichkeitsprinzip
Kurzfall
- Welches Wirtschaftlichkeitsprinzip liegt vor?
- Was wäre eine passende Formulierung für das andere Prinzip?
Lösung anzeigen
Maximalprinzip: Die Mittel (18.000 €) sind fest; das Ergebnis soll maximiert werden.
Minimalprinzip-Variante: 30 geeignete Notebooks sollen zu möglichst geringen Kosten beschafft werden.
Kooperationen von Unternehmen
Zusammenarbeiten trotz Wettbewerb
Bei einer Kooperation arbeiten mindestens zwei Unternehmen gezielt zusammen, bleiben aber grundsätzlich rechtlich selbstständig.
z. B. gemeinsamer Einkauf
z. B. gemeinsamer Vertrieb
z. B. gemeinsame Entwicklung
Horizontale Kooperation
Gleiche Wirtschaftsstufe
Unternehmen auf derselben Wirtschaftsstufe kooperieren.
- Einkaufsgemeinschaften
- gemeinsame Werbung
- Shop-in-Shop-Systeme
Vertikale Kooperation
Verschiedene Stufen der Wertschöpfung
Unternehmen aus unterschiedlichen Wirtschaftsstufen arbeiten zusammen.
- Franchising
- Rack-Jobbing
- freiwillige Handelsketten
Kooperation oder Konzentration?
Entscheidender Unterschied: Selbstständigkeit
| Kooperation | Konzentration | |
|---|---|---|
| Zusammenarbeit | Ja | Ja / Zusammenschluss |
| Rechtliche Selbstständigkeit | grundsätzlich bleibt erhalten | kann eingeschränkt oder aufgegeben werden |
| Beispiele | Einkaufsgemeinschaft, Franchise | Konzern, Fusion |
Konzern und Fusion
Unternehmenskonzentration
Konzern
Mehrere rechtlich eigenständige Unternehmen werden unter einheitlicher Leitung zusammengefasst; wirtschaftliche Selbstständigkeit ist eingeschränkt.
Fusion
Unternehmen verschmelzen zu einer wirtschaftlichen/rechtlichen Einheit; bisherige Selbstständigkeit wird aufgegeben.
Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB)
Wettbewerb schützen
Kartellverbot
Wettbewerbsbeschränkende Absprachen sind grundsätzlich verboten.
Missbrauchsaufsicht
Marktbeherrschende Unternehmen dürfen ihre Stellung nicht missbrauchen.
Fusionskontrolle
Bestimmte Zusammenschlüsse werden auf Wettbewerbswirkungen geprüft.
Verbraucherschutz
Beratung + rechtliche Schutzvorschriften
Verbraucherberatung
Information, Beratung, Unterstützung und Aufklärung.
Rechtlicher Schutz
z. B. Informationspflichten, Widerrufsrechte, Gewährleistungsrechte und Schutz vor unlauteren Praktiken.
Wirtschaftsstufen (Sektoren)
Von Rohstoffen bis Dienstleistungen
Primärer Sektor
Rohstoffgewinnung: Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei.
Sekundärer Sektor
Verarbeitung/Herstellung: Industrie, Handwerk.
Tertiärer Sektor
Handel und Dienstleistungen: Banken, Logistik, Einzelhandel, IT-Services.
Einfacher Wirtschaftskreislauf
Haushalte und Unternehmen
Der Markt und seine Funktionen
Wo Angebot und Nachfrage zusammentreffen
Ein Markt entsteht, wenn Angebot und Nachfrage zusammentreffen – unabhängig davon, ob dies an einem physischen Ort oder digital geschieht.
Was beeinflusst das Angebot?
Anbieterseite
Was beeinflusst die Nachfrage?
Nachfragerseite
Marktpreisbildung
Angebot und Nachfrage im Zusammenspiel
- Preis steigt → Angebot steigt meist, Nachfrage sinkt meist.
- Preis sinkt → Angebot sinkt meist, Nachfrage steigt meist.
Unterhalb des Gleichgewichtspreises: Nachfrageüberhang.
Oberhalb des Gleichgewichtspreises: Angebotsüberhang.
Preis-Mengen-Diagramm
Gleichgewicht sichtbar machen
Der vollkommene Markt
Ein theoretisches Modell
Der vollkommene Markt erleichtert die Erklärung der Preisbildung. In der Realität sind seine Voraussetzungen kaum vollständig erfüllt.
- homogene Güter
- vollständige Markttransparenz
- keine persönlichen Präferenzen
- keine räumlichen Präferenzen
- keine zeitlichen Präferenzen
Marktpreisfunktionen
Was der Preis im Markt bewirkt
Signal
Preise zeigen Knappheit und Attraktivität.
Lenkung
Kapital und Produktion werden in attraktive Bereiche gelenkt.
Ausgleich
Preisänderungen helfen Angebot und Nachfrage anzugleichen.
Selektion
Weniger leistungsfähige Anbieter können verdrängt werden.
Marktformen
Monopol · Oligopol · Polypol
| Marktform | Anbieterseite | Typische Wirkung |
|---|---|---|
| Monopol | ein Anbieter | starke Marktmacht |
| Oligopol | wenige Anbieter | starke gegenseitige Reaktion |
| Polypol | viele Anbieter | intensiver Wettbewerb |
Marktformen vergleichen
Wettbewerbsintensität und Preisspielraum
Die konkrete Marktmacht hängt zusätzlich von Markteintrittsbarrieren, Ersatzprodukten und Nachfragemacht ab.
Konjunktur
Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Aktivität
Konjunktur beschreibt die gesamtwirtschaftliche Lage und ihre Entwicklung. Ein wichtiger Messwert ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP).
Die vier Konjunkturphasen
| Phase | Typische Entwicklung |
|---|---|
| Aufschwung / Expansion | Investitionen und Beschäftigung steigen. |
| Boom | hohe Nachfrage, hohe Auslastung. |
| Rezession | Wachstum lässt nach, Investitionen sinken. |
| Depression | schwache Nachfrage, höhere Arbeitslosigkeit. |
Konjunkturindikatoren
Früh · Gegenwart · Spät
Frühindikatoren
Auftragseingänge, Investitionstätigkeit, Erwartungen.
Gegenwartsindikatoren
Kapazitätsauslastung, aktuelle Produktion.
Spätindikatoren
Arbeitslosigkeit, Insolvenzen, Gewinne, BIP.
Gesamtfall: IT-Systemhaus
Mehrere Themen verbinden
- Welcher Konjunkturindikator steckt in den Auftragseingängen?
- Ist die Einkaufsgemeinschaft horizontal oder vertikal?
- Nenne ein ökonomisches und ein ökologisches Ziel.
- Welche Zielbeziehung kann zwischen Energieeinsparung und Kostensenkung bestehen?
Formelsammlung
Die vier zentralen Kennzahlen
Prüfungscheck
Was sollte sitzen?
Kurzquiz zum Abschluss
- Ein festes Produktionsziel soll mit möglichst wenig Material erreicht werden. Welches Prinzip?
- Wirtschaftlichkeit = 0,92. Wie ist das Ergebnis einzuordnen?
- Hersteller und Einzelhändler kooperieren. Horizontal oder vertikal?
- Was liegt bei einem Preis unterhalb des Gleichgewichtspreises häufig vor?
- Welche Marktform besitzt nur einen Anbieter?
- Ist Arbeitslosigkeit typischerweise Früh-, Gegenwarts- oder Spätindikator?
Lösungen
1 Minimalprinzip · 2 unwirtschaftlich · 3 vertikal · 4 Nachfrageüberhang · 5 Monopol · 6 Spätindikator