Vom sicheren Arbeitsplatz bis zum ressourcenschonenden Unternehmen.
Sicherheit, Gesundheitsschutz & Umweltschutz
Überblick
Der gemeinsame Gedanke
Arbeitsschutz
Menschen vor Gefährdungen schützen.
Umweltschutz
Umwelt und Ressourcen vor schädlichen Auswirkungen schützen.
Was bedeutet Arbeitsschutz?
Arbeitsschutz umfasst Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen und Gesundheitsgefährdungen.
Rechtsrahmen im Überblick
| Ebene | Beispiele |
|---|---|
| Gesetze | Arbeitsschutzgesetz, Arbeitssicherheitsgesetz |
| Verordnungen | Arbeitsstätten-, Betriebssicherheits-, Gefahrstoffverordnung |
| Technische Regeln | ASR, TRBS, TRGS |
| Unfallversicherung | DGUV Vorschriften und Regeln |
Pflichten des Arbeitgebers
- Gefährdungen beurteilen
- geeignete Schutzmaßnahmen festlegen
- Schutzmaßnahmen umsetzen und prüfen
- Beschäftigte unterweisen
- Notfallorganisation sicherstellen
- Arbeitsschutz in betriebliche Abläufe integrieren
Pflichten der Beschäftigten
- nach Unterweisung und Weisung sicher arbeiten
- Arbeitsmittel bestimmungsgemäß benutzen
- Schutzeinrichtungen und PSA korrekt verwenden
- Gefahren und Mängel melden
- auch auf die Sicherheit anderer achten
Gefährdungsbeurteilung
Welche Gefährdungen werden betrachtet?
TOP-Prinzip
T - Technisch
Gefahr an der Quelle beseitigen oder abschirmen.
O - Organisatorisch
Abläufe, Zutritt, Arbeitszeit oder Verfahren gestalten.
P - Persönlich
Persönliche Schutzausrüstung und individuelles Verhalten.
Beispiel: Stolpergefahr
| Maßnahme | Beispiel |
|---|---|
| Technisch | Kabelkanal / andere Leitungsführung |
| Organisatorisch | Bereich sperren, bis Mangel beseitigt ist |
| Persönlich | alleinige Aufforderung „Vorsicht!“ ist die schwächste Lösung |
Unterweisung
Unterweisungen müssen arbeitsplatz- und aufgabenbezogen sein. Sie erfolgen insbesondere bei Einstellung, Aufgabenänderung, neuen Arbeitsmitteln oder neuen Technologien und werden bei Bedarf wiederholt.
Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Welche PSA erforderlich ist, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.
Was sind Unfallverhütungsvorschriften?
DGUV Vorschriften sind verbindliche Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherungsträger. Sie konkretisieren organisatorische und technische Anforderungen an Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.
DGUV Vorschrift 1
Grundsätze der Prävention
Sie enthält grundlegende Anforderungen an Unternehmer und Versicherte, etwa zu Organisation, Unterweisung, Erster Hilfe und Präventionsmaßnahmen.
DGUV Vorschrift 3
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
Besonders relevant für IT und Technik: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen sicher betrieben und in den vorgesehenen Fällen geprüft werden.
Gesetz, Verordnung, DGUV - nicht dasselbe
| Begriff | Rolle |
|---|---|
| ArbSchG | staatliches Arbeitsschutzgesetz |
| ArbStättV / BetrSichV | staatliche Verordnungen |
| ASR / TRBS | technische Konkretisierung |
| DGUV Vorschrift | autonomes Recht der Unfallversicherungsträger |
| DGUV Regel / Information | Hilfen zur praktischen Umsetzung |
Sicherheitsbeauftragte und Fachkräfte
Fachkraft für Arbeitssicherheit
berät fachlich zu Sicherheit und Gesundheit
Betriebsarzt
arbeitsmedizinische Beratung und Vorsorge
Sicherheitsbeauftragte
unterstützen im Arbeitsalltag bei Prävention
Warum Sicherheitszeichen?
Sicherheitszeichen geben mit standardisierten Formen, Farben und Symbolen schnell verständliche Sicherheitsinformationen.
Die fünf wichtigen Zeichenarten
| Art | typische Form/Farbe | Aussage |
|---|---|---|
| Verbotszeichen | rund, rot/weiß | etwas ist verboten |
| Warnzeichen | dreieckig, gelb/schwarz | Gefahr |
| Gebotszeichen | rund, blau/weiß | Verhalten ist vorgeschrieben |
| Rettungszeichen | rechteckig/quadratisch, grün/weiß | Rettung / Erste Hilfe / Flucht |
| Brandschutzzeichen | rechteckig/quadratisch, rot/weiß | Brandschutzeinrichtung |
Verbotszeichen
Beispiele
Rauchen verboten, keine offene Flamme, Zutritt verboten.
Warnzeichen
Beispiele
Warnung vor elektrischer Spannung, Gefahrstoffen, Flurförderzeugen oder Rutschgefahr.
Gebotszeichen
Beispiele
Schutzbrille benutzen, Gehörschutz benutzen, Sicherheitsschuhe benutzen.
Rettungs- und Brandschutzzeichen
Rettung
Notausgang, Erste Hilfe, Sammelstelle.
Brandschutz
Feuerlöscher, Brandmelder, Löschschlauch.
Zusatzzeichen und Richtungspfeile
Ein Sicherheitszeichen kann durch Zusatzzeichen konkretisiert werden. Bei Fluchtwegen ist die Kombination aus Rettungszeichen und Richtungspfeil entscheidend.
Mini-Fall: Zeichen richtig einordnen
Gelbes Dreieck → Warnung vor elektrischer Gefahr. Blaues Rundzeichen → Gebot, Schutzbrille zu tragen.
Prioritäten nach einem Arbeitsunfall
Der Notruf
Erste Hilfe im Betrieb
- Ersthelfende müssen erreichbar sein.
- Erste-Hilfe-Material muss vorhanden und zugänglich sein.
- Erste-Hilfe-Leistungen werden dokumentiert.
- Bei Gefahr für das eigene Leben gilt immer Eigenschutz.
Wann zum Durchgangsarzt?
Eine Vorstellung beim D-Arzt ist insbesondere erforderlich, wenn die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus Arbeitsunfähigkeit verursacht, die Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert, Heil- oder Hilfsmittel benötigt werden oder Unfallfolgen erneut behandlungsbedürftig werden.
Wann muss der Betrieb den Unfall anzeigen?
Ein Arbeits- oder Wegeunfall ist der gesetzlichen Unfallversicherung anzuzeigen, wenn er zum Tod oder zu mehr als drei Kalendertagen Arbeitsunfähigkeit führt.
Arbeitsunfall oder Wegeunfall?
Arbeitsunfall
Unfall im sachlichen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit.
Wegeunfall
Unfall auf einem versicherten Weg zwischen Wohnung und Tätigkeit bzw. auf bestimmten gesetzlich erfassten Wegen.
Warum dokumentieren?
Dokumentation hilft bei medizinischer Nachverfolgung, Prävention, Nachweis gegenüber Unfallversicherung und Analyse von Unfallursachen.
Wie entstehen Brände?
Brennbarer Stoff
Sauerstoff
Zündenergie
Fehlt eine der Voraussetzungen, kann ein Brand nicht aufrechterhalten werden.
Vorbeugender Brandschutz
baulich
Brandabschnitte, Fluchtwege
technisch
Brandmelde- und Löscheinrichtungen
organisatorisch
Unterweisung, Räumung, Zuständigkeiten
Brandklassen
| Klasse | Stoffe |
|---|---|
| A | feste, glutbildende Stoffe |
| B | flüssige oder flüssig werdende Stoffe |
| C | Gase |
| D | Metalle |
| F | Speiseöle und -fette |
Feuerlöscher auswählen
Das Löschmittel muss zur Brandklasse und Umgebung passen. Falsches Löschmittel kann gefährlich sein.
Verhalten im Brandfall
Nur löschen, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist.
Flucht- und Rettungswege
- müssen jederzeit nutzbar sein
- dürfen nicht zugestellt werden
- müssen erkennbar gekennzeichnet sein
- Notausgänge dürfen nicht unzulässig versperrt sein
IT-spezifische Brandrisiken
Betrieblicher Umweltschutz
Unternehmen beeinflussen Umwelt durch Materialverbrauch, Energie, Emissionen, Transport, Wasser und Abfälle.
Warum Umweltschutz im Unternehmen?
Lebenszyklusdenken
Vermeiden vor Kompensieren
Wirksamer Umweltschutz beginnt möglichst an der Ursache: weniger Material, weniger Energie und weniger Schadstoffe einsetzen, bevor nachgelagerte Maßnahmen nötig werden.
Vom Verpackungsgesetz zur PPWR
Das frühere deutsche Verpackungsgesetz wurde zum 12. August 2026 durch die unmittelbar geltende EU-Verpackungsverordnung (PPWR) und das deutsche Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) abgelöst.
Grundidee: Herstellerverantwortung
Wer Verpackungen in Verkehr bringt, soll Verantwortung für deren Rücknahme, Verwertung und Finanzierung der Entsorgung übernehmen.
LUCID und Systembeteiligung
Für systembeteiligungspflichtige Verpackungen bleiben Registrierung im Verpackungsregister LUCID, Finanzierung des Recyclings und Datenmeldungen zentrale Pflichten.
Verpackungsarten im Unternehmen
Mehrweg und recyclinggerechtes Design
Aktuelles Verpackungsrecht setzt stärker auf Vermeidung, Mehrweg, Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz.
Kreislaufwirtschaftsgesetz
Das KrWG fördert die Kreislaufwirtschaft und eine umweltverträgliche Bewirtschaftung von Abfällen.
Die fünf Stufen der Abfallhierarchie
1. Vermeidung
Der beste Abfall ist der, der gar nicht entsteht.
2. Vorbereitung zur Wiederverwendung
Produkte oder Bestandteile werden geprüft, gereinigt oder repariert, damit sie erneut genutzt werden können.
3. Recycling
Abfallmaterialien werden zu Produkten, Materialien oder Stoffen aufbereitet.
4. Sonstige Verwertung / 5. Beseitigung
Sonstige Verwertung
z. B. energetische Verwertung.
Beseitigung
letzte Stufe, wenn höherwertige Wege nicht sinnvoll möglich sind.
Abfallhierarchie ist kein starres Dogma
Das KrWG verlangt, den Schutz von Mensch und Umwelt über den gesamten Lebenszyklus zu berücksichtigen; technische Möglichkeit, wirtschaftliche Zumutbarkeit und soziale Folgen spielen ebenfalls eine Rolle.
Zeichen richtig lesen
Nicht jedes grüne Symbol bedeutet dasselbe. Umweltzeichen, Recyclinghinweise und Entsorgungskennzeichnungen müssen unterschieden werden.
Blauer Engel
Der Blaue Engel kennzeichnet Produkte oder Dienstleistungen, die innerhalb ihrer Produktgruppe nach festgelegten Kriterien besonders umweltfreundlich sind.
Möbiusschleife
Die bekannte Schleife wird als Recyclingbezug verwendet. Je nach Kennzeichnung kann sie auf Recyclingfähigkeit oder Rezyklatanteil hinweisen; die konkrete Aussage muss geprüft werden.
Durchgestrichene Mülltonne
Elektro- und Elektronikgeräte mit der durchgestrichenen Abfalltonne gehören nicht in den unsortierten Hausmüll, sondern in die getrennte Erfassung.
Grüner Punkt - häufig missverstanden
Der „Grüne Punkt“ war bzw. ist ein Markenkennzeichen eines Systembetreibers und kein allgemeines Qualitätssiegel für Umweltfreundlichkeit oder Recyclingfähigkeit.
Materialkennzeichnungen
Zahlen- und Buchstabencodes auf Verpackungen können Materialarten kennzeichnen. Sie helfen bei Identifikation und Sortierung, garantieren aber nicht automatisch die tatsächliche Recyclingfähigkeit.
Warum Energieeffizienz?
Energieverbrauch sichtbar machen
Typische Maßnahmen in Büro und IT
Rechenzentrum: Wo steckt Energie?
IT-Last
Server, Speicher, Netzwerk.
Infrastruktur
Kühlung, USV, Stromverteilung, Beleuchtung.
Energie ist auch Organisationsfrage
- Abschaltregeln definieren
- Verantwortlichkeiten festlegen
- Beschaffungskriterien vereinbaren
- Nutzende sensibilisieren
- Messwerte regelmäßig auswerten
Wirtschaftlichkeit von Energiemaßnahmen
Nicht nur Anschaffungspreis betrachten, sondern Kosten über die Nutzungsdauer.
Fall: Arbeitsplatz-PCs
30 W × 100 × 6 h = 18 kWh pro Arbeitstag. Bei 220 Arbeitstagen: 3.960 kWh pro Jahr.
Kreislaufwirtschaftsgesetz - Fall
- Ordnen Sie sinnvolle Maßnahmen der Abfallhierarchie zu.
- Welche Geräte sollten zuerst weiterverwendet werden?
- Wie sind defekte Geräte und Akkus grundsätzlich zu behandeln?
- Warum ist „alles recyceln“ nicht automatisch die beste Lösung?
Lösung zum Kreislaufwirtschaftsfall
- Funktionsfähige Geräte weiterverwenden; reparierbare Geräte zur Wiederverwendung vorbereiten; nicht mehr nutzbare Materialien hochwertig recyceln.
- Die 50 funktionsfähigen PCs haben Vorrang vor Recycling.
- Elektrogeräte und Akkus getrennt und über geeignete Rücknahme-/Entsorgungswege behandeln.
- Vermeidung und Wiederverwendung stehen in der Hierarchie vor Recycling.
Gesamtfall: IT-Betrieb
- Nennen Sie vier verschiedene Probleme.
- Ordnen Sie sie Arbeitsschutz, Brandschutz, Abfall oder Energie zu.
- Welche Maßnahmen haben Priorität?