Start1/74

Sicherheit, Gesundheitsschutz & Umweltschutz

Arbeitsschutz
Unfallverhütung
Sicherheitszeichen
Arbeitsunfälle
Brandschutz
Umweltschutz
Kreislaufwirtschaft
Energie

Vom sicheren Arbeitsplatz bis zum ressourcenschonenden Unternehmen.

Start2/74

Überblick

1Arbeitsschutzvorschriften
2Unfallverhütungsvorschriften
3Sicherheitszeichen
4Verhalten bei Arbeitsunfällen
5Brandschutz
6Umweltschutz & Kreislaufwirtschaft
7Verpackungsrecht & Kennzeichen
8Energieeinsparung & Prüfungsfall
Start3/74

Der gemeinsame Gedanke

Arbeitsschutz

Menschen vor Gefährdungen schützen.

Umweltschutz

Umwelt und Ressourcen vor schädlichen Auswirkungen schützen.

Beide Bereiche arbeiten vorbeugend: Gefahren erkennen, Maßnahmen planen, Wirksamkeit prüfen.
Arbeitsschutzvorschriften4/74

Was bedeutet Arbeitsschutz?

Arbeitsschutz umfasst Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen und Gesundheitsgefährdungen.

Sicherheit
Gesundheit
Prävention
menschen-gerechte Arbeit
Arbeitsschutzvorschriften5/74

Rechtsrahmen im Überblick

EbeneBeispiele
GesetzeArbeitsschutzgesetz, Arbeitssicherheitsgesetz
VerordnungenArbeitsstätten-, Betriebssicherheits-, Gefahrstoffverordnung
Technische RegelnASR, TRBS, TRGS
UnfallversicherungDGUV Vorschriften und Regeln
Arbeitsschutzvorschriften6/74

Pflichten des Arbeitgebers

  • Gefährdungen beurteilen
  • geeignete Schutzmaßnahmen festlegen
  • Schutzmaßnahmen umsetzen und prüfen
  • Beschäftigte unterweisen
  • Notfallorganisation sicherstellen
  • Arbeitsschutz in betriebliche Abläufe integrieren
Arbeitsschutzvorschriften7/74

Pflichten der Beschäftigten

  • nach Unterweisung und Weisung sicher arbeiten
  • Arbeitsmittel bestimmungsgemäß benutzen
  • Schutzeinrichtungen und PSA korrekt verwenden
  • Gefahren und Mängel melden
  • auch auf die Sicherheit anderer achten
Arbeitsschutzvorschriften8/74

Gefährdungsbeurteilung

Tätigkeit festlegen
→
Gefährdungen ermitteln
→
Risiko bewerten
→
Maßnahmen festlegen
→
umsetzen
→
Wirksamkeit prüfen
Arbeitsschutzvorschriften9/74

Welche Gefährdungen werden betrachtet?

mechanisch
elektrisch
Gefahrstoffe
Biostoffe
Lärm / Klima
Ergonomie
Arbeitsorganisation
psychische Belastung
Arbeitsschutzvorschriften10/74

TOP-Prinzip

T - Technisch

Gefahr an der Quelle beseitigen oder abschirmen.

O - Organisatorisch

Abläufe, Zutritt, Arbeitszeit oder Verfahren gestalten.

P - Persönlich

Persönliche Schutzausrüstung und individuelles Verhalten.

Technische Maßnahmen haben grundsätzlich Vorrang vor organisatorischen und persönlichen Maßnahmen.
Arbeitsschutzvorschriften11/74

Beispiel: Stolpergefahr

Mehrere Netzwerkkabel verlaufen quer durch einen Gang.
MaßnahmeBeispiel
TechnischKabelkanal / andere Leitungsführung
OrganisatorischBereich sperren, bis Mangel beseitigt ist
Persönlichalleinige Aufforderung „Vorsicht!“ ist die schwächste Lösung
Arbeitsschutzvorschriften12/74

Unterweisung

Unterweisungen müssen arbeitsplatz- und aufgabenbezogen sein. Sie erfolgen insbesondere bei Einstellung, Aufgabenänderung, neuen Arbeitsmitteln oder neuen Technologien und werden bei Bedarf wiederholt.

Unterweisung ist keine einmalige Unterschrift, sondern soll sicheres Verhalten ermöglichen.
Arbeitsschutzvorschriften13/74

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Schutzhelm
Schutzbrille
Gehörschutz
Schutzhandschuhe
Sicherheitsschuhe
Atemschutz
Warnkleidung
Absturzschutz

Welche PSA erforderlich ist, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.

Unfallverhütungsvorschriften14/74

Was sind Unfallverhütungsvorschriften?

DGUV Vorschriften sind verbindliche Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherungsträger. Sie konkretisieren organisatorische und technische Anforderungen an Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.

Unfallverhütungsvorschriften15/74

DGUV Vorschrift 1

Grundsätze der Prävention

Sie enthält grundlegende Anforderungen an Unternehmer und Versicherte, etwa zu Organisation, Unterweisung, Erster Hilfe und Präventionsmaßnahmen.

Unfallverhütungsvorschriften16/74

DGUV Vorschrift 3

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Besonders relevant für IT und Technik: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen sicher betrieben und in den vorgesehenen Fällen geprüft werden.

Netzteile, Mehrfachsteckdosen, Messgeräte, Servertechnik und andere elektrische Arbeitsmittel dürfen nicht einfach ungeprüft weiterverwendet werden, wenn sicherheitsrelevante Mängel bestehen.
Unfallverhütungsvorschriften17/74

Gesetz, Verordnung, DGUV - nicht dasselbe

BegriffRolle
ArbSchGstaatliches Arbeitsschutzgesetz
ArbStättV / BetrSichVstaatliche Verordnungen
ASR / TRBStechnische Konkretisierung
DGUV Vorschriftautonomes Recht der Unfallversicherungsträger
DGUV Regel / InformationHilfen zur praktischen Umsetzung
Unfallverhütungsvorschriften18/74

Sicherheitsbeauftragte und Fachkräfte

Fachkraft für Arbeitssicherheit

berät fachlich zu Sicherheit und Gesundheit

Betriebsarzt

arbeitsmedizinische Beratung und Vorsorge

Sicherheitsbeauftragte

unterstützen im Arbeitsalltag bei Prävention

Sicherheitszeichen19/74

Warum Sicherheitszeichen?

Sicherheitszeichen geben mit standardisierten Formen, Farben und Symbolen schnell verständliche Sicherheitsinformationen.

Die Bedeutung soll auch ohne langen Text erkannt werden.
Sicherheitszeichen20/74

Die fünf wichtigen Zeichenarten

Arttypische Form/FarbeAussage
Verbotszeichenrund, rot/weißetwas ist verboten
Warnzeichendreieckig, gelb/schwarzGefahr
Gebotszeichenrund, blau/weißVerhalten ist vorgeschrieben
Rettungszeichenrechteckig/quadratisch, grün/weißRettung / Erste Hilfe / Flucht
Brandschutzzeichenrechteckig/quadratisch, rot/weißBrandschutzeinrichtung
Sicherheitszeichen21/74

Verbotszeichen

⦸

Beispiele

Rauchen verboten, keine offene Flamme, Zutritt verboten.

Sicherheitszeichen22/74

Warnzeichen

!

Beispiele

Warnung vor elektrischer Spannung, Gefahrstoffen, Flurförderzeugen oder Rutschgefahr.

Sicherheitszeichen23/74

Gebotszeichen

●

Beispiele

Schutzbrille benutzen, Gehörschutz benutzen, Sicherheitsschuhe benutzen.

Sicherheitszeichen24/74

Rettungs- und Brandschutzzeichen

↗

Rettung

Notausgang, Erste Hilfe, Sammelstelle.

F

Brandschutz

Feuerlöscher, Brandmelder, Löschschlauch.

Sicherheitszeichen25/74

Zusatzzeichen und Richtungspfeile

Ein Sicherheitszeichen kann durch Zusatzzeichen konkretisiert werden. Bei Fluchtwegen ist die Kombination aus Rettungszeichen und Richtungspfeil entscheidend.

Sicherheitszeichen26/74

Mini-Fall: Zeichen richtig einordnen

Vor einem Technikraum hängt ein gelbes Dreieck mit Blitzsymbol. Neben einer Maschine befindet sich ein blaues rundes Zeichen mit Schutzbrille.

Gelbes Dreieck → Warnung vor elektrischer Gefahr. Blaues Rundzeichen → Gebot, Schutzbrille zu tragen.

Verhalten bei Arbeitsunfällen27/74

Prioritäten nach einem Arbeitsunfall

Eigenschutz
→
Unfallstelle sichern
→
Erste Hilfe
→
Notruf
→
weitere Versorgung
→
dokumentieren / melden
Verhalten bei Arbeitsunfällen28/74

Der Notruf

Wo?
Was?
Wie viele?
Welche Verletzungen?
Rückfragen der Leitstelle abwarten und deren Anweisungen befolgen.
Verhalten bei Arbeitsunfällen29/74

Erste Hilfe im Betrieb

  • Ersthelfende müssen erreichbar sein.
  • Erste-Hilfe-Material muss vorhanden und zugänglich sein.
  • Erste-Hilfe-Leistungen werden dokumentiert.
  • Bei Gefahr für das eigene Leben gilt immer Eigenschutz.
Verhalten bei Arbeitsunfällen30/74

Wann zum Durchgangsarzt?

Eine Vorstellung beim D-Arzt ist insbesondere erforderlich, wenn die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus Arbeitsunfähigkeit verursacht, die Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert, Heil- oder Hilfsmittel benötigt werden oder Unfallfolgen erneut behandlungsbedürftig werden.

Verhalten bei Arbeitsunfällen31/74

Wann muss der Betrieb den Unfall anzeigen?

Ein Arbeits- oder Wegeunfall ist der gesetzlichen Unfallversicherung anzuzeigen, wenn er zum Tod oder zu mehr als drei Kalendertagen Arbeitsunfähigkeit führt.

Schwere oder tödliche Unfälle sind unverzüglich zu melden.
Verhalten bei Arbeitsunfällen32/74

Arbeitsunfall oder Wegeunfall?

Arbeitsunfall

Unfall im sachlichen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit.

Wegeunfall

Unfall auf einem versicherten Weg zwischen Wohnung und Tätigkeit bzw. auf bestimmten gesetzlich erfassten Wegen.

Verhalten bei Arbeitsunfällen33/74

Warum dokumentieren?

Dokumentation hilft bei medizinischer Nachverfolgung, Prävention, Nachweis gegenüber Unfallversicherung und Analyse von Unfallursachen.

Ziel ist nicht Schuldzuweisung, sondern Wiederholungen zu verhindern.
Brandschutz34/74

Wie entstehen Brände?

Brennbarer Stoff

Sauerstoff

Zündenergie

Fehlt eine der Voraussetzungen, kann ein Brand nicht aufrechterhalten werden.

Brandschutz35/74

Vorbeugender Brandschutz

baulich

Brandabschnitte, Fluchtwege

technisch

Brandmelde- und Löscheinrichtungen

organisatorisch

Unterweisung, Räumung, Zuständigkeiten

Brandschutz36/74

Brandklassen

KlasseStoffe
Afeste, glutbildende Stoffe
Bflüssige oder flüssig werdende Stoffe
CGase
DMetalle
FSpeiseöle und -fette
Elektrizität ist keine eigene Brandklasse.
Brandschutz37/74

Feuerlöscher auswählen

Das Löschmittel muss zur Brandklasse und Umgebung passen. Falsches Löschmittel kann gefährlich sein.

Fettbrand in der Küche: niemals mit Wasser löschen.
Brandschutz38/74

Verhalten im Brandfall

Ruhe bewahren
→
alarmieren
→
Menschen warnen
→
Gebäude verlassen
→
Sammelstelle

Nur löschen, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist.

Brandschutz39/74

Flucht- und Rettungswege

  • müssen jederzeit nutzbar sein
  • dürfen nicht zugestellt werden
  • müssen erkennbar gekennzeichnet sein
  • Notausgänge dürfen nicht unzulässig versperrt sein
Brandschutz40/74

IT-spezifische Brandrisiken

überlastete Steckdosen
defekte Netzteile
Akkus / Lithium-Ionen
Staub / Wärmestau
Serverräume
USV-Anlagen
Kabelschäden
ungeeignete Lagerung
Grundlagen des Umweltschutzes41/74

Betrieblicher Umweltschutz

Unternehmen beeinflussen Umwelt durch Materialverbrauch, Energie, Emissionen, Transport, Wasser und Abfälle.

Ressourcen
Energie
Emissionen
Abfall
Grundlagen des Umweltschutzes42/74

Warum Umweltschutz im Unternehmen?

Gesetze einhalten
Kosten senken
Risiken reduzieren
Image verbessern
Ressourcen sichern
Kundenanforderungen
Innovation
Klimaschutz
Grundlagen des Umweltschutzes43/74

Lebenszyklusdenken

Rohstoff
→
Herstellung
→
Transport
→
Nutzung
→
Wiederverwendung / Recycling
→
Entsorgung
Grundlagen des Umweltschutzes44/74

Vermeiden vor Kompensieren

Wirksamer Umweltschutz beginnt möglichst an der Ursache: weniger Material, weniger Energie und weniger Schadstoffe einsetzen, bevor nachgelagerte Maßnahmen nötig werden.

Verpackungsrecht45/74

Vom Verpackungsgesetz zur PPWR

Das frühere deutsche Verpackungsgesetz wurde zum 12. August 2026 durch die unmittelbar geltende EU-Verpackungsverordnung (PPWR) und das deutsche Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) abgelöst.

Der bekannte Prüfungsbegriff „Verpackungsgesetz“ bleibt historisch wichtig; für die aktuelle Rechtslage gelten PPWR + VerpackDG.
Verpackungsrecht46/74

Grundidee: Herstellerverantwortung

Wer Verpackungen in Verkehr bringt, soll Verantwortung für deren Rücknahme, Verwertung und Finanzierung der Entsorgung übernehmen.

Kernidee: Kosten und Verantwortung nicht allein auf Verbraucher oder Kommunen verlagern.
Verpackungsrecht47/74

LUCID und Systembeteiligung

registrieren
→
Systembeteiligung
→
Mengen melden

Für systembeteiligungspflichtige Verpackungen bleiben Registrierung im Verpackungsregister LUCID, Finanzierung des Recyclings und Datenmeldungen zentrale Pflichten.

Verpackungsrecht48/74

Verpackungsarten im Unternehmen

Verkaufsverpackung
Umverpackung
Versandverpackung
Transportverpackung
Ein Online-Shop wird durch Karton, Füllmaterial und Versandtaschen selbst zum relevanten Akteur des Verpackungsrechts.
Verpackungsrecht49/74

Mehrweg und recyclinggerechtes Design

Aktuelles Verpackungsrecht setzt stärker auf Vermeidung, Mehrweg, Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz.

Gute Verpackung erfüllt ihre Schutzfunktion mit möglichst wenig Material und ist möglichst kreislauffähig.
Abfallhierarchie50/74

Kreislaufwirtschaftsgesetz

Das KrWG fördert die Kreislaufwirtschaft und eine umweltverträgliche Bewirtschaftung von Abfällen.

Abfallhierarchie51/74

Die fünf Stufen der Abfallhierarchie

1Vermeidung
2Vorbereitung zur Wiederverwendung
3Recycling
4sonstige Verwertung
5Beseitigung
Abfallhierarchie52/74

1. Vermeidung

Der beste Abfall ist der, der gar nicht entsteht.

Notebook länger nutzen, reparierbare Geräte beschaffen, unnötige Verpackung vermeiden, Dokumente digital statt mehrfach ausdrucken.
Abfallhierarchie53/74

2. Vorbereitung zur Wiederverwendung

Produkte oder Bestandteile werden geprüft, gereinigt oder repariert, damit sie erneut genutzt werden können.

Alte Firmen-PCs aufbereiten und weiterverwenden.
Abfallhierarchie54/74

3. Recycling

Abfallmaterialien werden zu Produkten, Materialien oder Stoffen aufbereitet.

Metalle aus ausgedienten IT-Geräten zurückgewinnen.
Abfallhierarchie55/74

4. Sonstige Verwertung / 5. Beseitigung

Sonstige Verwertung

z. B. energetische Verwertung.

Beseitigung

letzte Stufe, wenn höherwertige Wege nicht sinnvoll möglich sind.

Abfallhierarchie56/74

Abfallhierarchie ist kein starres Dogma

Das KrWG verlangt, den Schutz von Mensch und Umwelt über den gesamten Lebenszyklus zu berücksichtigen; technische Möglichkeit, wirtschaftliche Zumutbarkeit und soziale Folgen spielen ebenfalls eine Rolle.

Umwelt- und Recyclingzeichen57/74

Zeichen richtig lesen

Nicht jedes grüne Symbol bedeutet dasselbe. Umweltzeichen, Recyclinghinweise und Entsorgungskennzeichnungen müssen unterschieden werden.

Umwelt- und Recyclingzeichen58/74

Blauer Engel

♻

Der Blaue Engel kennzeichnet Produkte oder Dienstleistungen, die innerhalb ihrer Produktgruppe nach festgelegten Kriterien besonders umweltfreundlich sind.

Umwelt- und Recyclingzeichen59/74

Möbiusschleife

♻

Die bekannte Schleife wird als Recyclingbezug verwendet. Je nach Kennzeichnung kann sie auf Recyclingfähigkeit oder Rezyklatanteil hinweisen; die konkrete Aussage muss geprüft werden.

Umwelt- und Recyclingzeichen60/74

Durchgestrichene Mülltonne

🗑

Elektro- und Elektronikgeräte mit der durchgestrichenen Abfalltonne gehören nicht in den unsortierten Hausmüll, sondern in die getrennte Erfassung.

Umwelt- und Recyclingzeichen61/74

Grüner Punkt - häufig missverstanden

Der „Grüne Punkt“ war bzw. ist ein Markenkennzeichen eines Systembetreibers und kein allgemeines Qualitätssiegel für Umweltfreundlichkeit oder Recyclingfähigkeit.

Umwelt- und Recyclingzeichen62/74

Materialkennzeichnungen

Zahlen- und Buchstabencodes auf Verpackungen können Materialarten kennzeichnen. Sie helfen bei Identifikation und Sortierung, garantieren aber nicht automatisch die tatsächliche Recyclingfähigkeit.

Energieeinsparung im Unternehmen63/74

Warum Energieeffizienz?

Kosten
CO₂-Emissionen
Versorgungssicherheit
Wettbewerbsfähigkeit
Energieeinsparung im Unternehmen64/74

Energieverbrauch sichtbar machen

messen
→
Verbraucher identifizieren
→
Priorisieren
→
Maßnahmen
→
Erfolg kontrollieren
Energieeinsparung im Unternehmen65/74

Typische Maßnahmen in Büro und IT

Standby reduzieren
Energiesparmodi
effiziente Hardware
Virtualisierung
Serverauslastung
Kühlung optimieren
LED
Beschaffung nach TCO
Energieeinsparung im Unternehmen66/74

Rechenzentrum: Wo steckt Energie?

IT-Last

Server, Speicher, Netzwerk.

Infrastruktur

Kühlung, USV, Stromverteilung, Beleuchtung.

Energieeinsparung im Unternehmen67/74

Energie ist auch Organisationsfrage

  • Abschaltregeln definieren
  • Verantwortlichkeiten festlegen
  • Beschaffungskriterien vereinbaren
  • Nutzende sensibilisieren
  • Messwerte regelmäßig auswerten
Energieeinsparung im Unternehmen68/74

Wirtschaftlichkeit von Energiemaßnahmen

Nicht nur Anschaffungspreis betrachten, sondern Kosten über die Nutzungsdauer.

jährliche Ersparnis = alter Energieverbrauch - neuer Energieverbrauch × Energiepreis
Amortisationszeit ≈ Investition ÷ jährliche Ersparnis
Energieeinsparung im Unternehmen69/74

Fall: Arbeitsplatz-PCs

100 PCs benötigen im Leerlauf unnötig je 30 W. Durch zentrale Energiesparprofile werden täglich 6 Leerlaufstunden vermieden.

30 W × 100 × 6 h = 18 kWh pro Arbeitstag. Bei 220 Arbeitstagen: 3.960 kWh pro Jahr.

Prüfungsaufgabe70/74

Kreislaufwirtschaftsgesetz - Fall

Ein IT-Unternehmen ersetzt 80 PCs. 50 funktionieren noch, 20 können mit Ersatzteilen repariert werden, 10 sind technisch nicht mehr sinnvoll nutzbar. Zusätzlich fallen Kartons, Kunststoffe und alte Akkus an.
  1. Ordnen Sie sinnvolle Maßnahmen der Abfallhierarchie zu.
  2. Welche Geräte sollten zuerst weiterverwendet werden?
  3. Wie sind defekte Geräte und Akkus grundsätzlich zu behandeln?
  4. Warum ist „alles recyceln“ nicht automatisch die beste Lösung?
Prüfungsaufgabe71/74

Lösung zum Kreislaufwirtschaftsfall

  1. Funktionsfähige Geräte weiterverwenden; reparierbare Geräte zur Wiederverwendung vorbereiten; nicht mehr nutzbare Materialien hochwertig recyceln.
  2. Die 50 funktionsfähigen PCs haben Vorrang vor Recycling.
  3. Elektrogeräte und Akkus getrennt und über geeignete Rücknahme-/Entsorgungswege behandeln.
  4. Vermeidung und Wiederverwendung stehen in der Hierarchie vor Recycling.
Transfer72/74

Gesamtfall: IT-Betrieb

Im Serverraum stehen Kartons im Fluchtweg, eine beschädigte Mehrfachsteckdose ist weiter in Benutzung, alte Akkus liegen im Restmüll und die Klimaanlage läuft dauerhaft auf maximaler Leistung.
  1. Nennen Sie vier verschiedene Probleme.
  2. Ordnen Sie sie Arbeitsschutz, Brandschutz, Abfall oder Energie zu.
  3. Welche Maßnahmen haben Priorität?
Abschluss73/74

Die wichtigsten Merksätze

Gefahr zuerst vermeiden.
TOP: technisch vor organisatorisch vor persönlich.
Netto-Sicherheit braucht Unterweisung.
Fluchtwege bleiben frei.
Eigenschutz vor Hilfeleistung.
Vermeidung vor Recycling.
Elektrogeräte getrennt erfassen.
Energie erst messen, dann optimieren.
Abschluss74/74

Abschlusscheck

Folienübersicht