Die 5 prüfungsrelevanten Diagrammtypen nach UML 2.5.1 für die IHK-Prüfung
| Element | Beschreibung |
|---|---|
| Form | Rechteck mit abgerundeten Ecken (optional) |
| Systemname | Oben im Rechteck, zentriert |
| Use Cases | INNERHALB der Systemgrenze |
| Akteure | AUSSERHALB der Systemgrenze |
| Akteurtyp | Position | Beschreibung | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Primärakteur | LINKS | Initiiert die Interaktion, hat ein Ziel | Kunde, Benutzer, Sachbearbeiter |
| Sekundärakteur | RECHTS | Unterstützt das System | Datenbank, Zahlungsdienst, Bank |
| Element | Beschreibung |
|---|---|
| Pfeilrichtung | Basis-UC → Include-UC (zum Eingebundenen) |
| Linie | GESTRICHELT |
| Bedeutung | Basis-UC enthält IMMER Include-UC |
| Element | Beschreibung |
|---|---|
| Pfeilrichtung | Extend-UC → Basis-UC (zum Basis-Use-Case) |
| Linie | GESTRICHELT |
| Bedeutung | Extend-UC erweitert Basis OPTIONAL |
| Condition | OPTIONAL - gibt an WANN erweitert wird |
| Extension Point | OPTIONAL - gibt an WO erweitert wird |
Kurzform: Condition direkt am Pfeil in [eckigen Klammern] – kompakter als Notizzettel, für IHK-Prüfungen empfohlen!
| Variante | Extension Point | Condition | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Vollform (Notizzettel) | ✅ Im Basis-UC | ✅ Im Notizzettel {} | Für komplexe Fälle |
| Kurzform | ✅ Im Basis-UC | ✅ Am Pfeil [] | ⭐ Für IHK-Prüfungen! |
| Minimalform | Optional | – | Wenn Bedingung offensichtlich |
| Frage | → «include» | → «extend» |
|---|---|---|
| Wird es IMMER ausgeführt? | Ja, ohne Ausnahme | Nein, nur optional |
| Funktioniert Basis ohne? | Nein, unvollständig | Ja, vollständig nutzbar |
| Pfeilrichtung | Basis → Include | Extend → Basis |
Leserichtung: Kunde ist ein Benutzer, Admin ist ein Benutzer
Gleiches Symbol wie bei Akteuren: durchgezogene Linie + leeres Dreieck zum allgemeineren Anwendungsfall. Das IHK-Beiblatt zeigt diese Variante ausdrücklich.
| Symbol | Sichtbarkeit | Zugriff |
|---|---|---|
| + | public | Überall |
| - | private | Nur Klasse selbst |
| # | protected | Klasse + Unterklassen |
| ~ | package | Gleiches Paket |
Attribut: Sichtbarkeit Name : Typ {Eigenschaften}
Methode: Sichtbarkeit Name(param : Typ, …) : Rückgabetyp {Eigenschaften}
Eigenschaften stehen in geschweiften Klammern, z. B. {static, final}. Das IHK-Beiblatt notiert static als Property-String – also {static}, nicht unterstrichen.
Hinweis: Der strenge UML-Standard zeigt statische Merkmale unterstrichen. Für die IHK-Prüfung gilt aber die Beiblatt-Schreibweise {static}.
Eine Assoziation ist eine strukturelle Beziehung zwischen Klassen.
| Assoziationstyp | Darstellung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Einfache Assoziation | Durchgezogene Linie ohne Pfeil | Bidirektional (beide kennen sich) |
| Gerichtete Assoziation | Linie mit offener Pfeilspitze > | Navigierbar nur in Pfeilrichtung |
| Aggregation | Linie mit leerer Raute ◇ | "hat ein" - Teil existiert unabhängig |
| Komposition | Linie mit gefüllter Raute ◆ | "besteht aus" - Teil stirbt mit Ganzem |
Keine Pfeilspitze = beide Klassen kennen einander
Offene Pfeilspitze = Bestellung kennt Kunde, aber nicht umgekehrt
"hat ein" - Mitglied existiert unabhängig
"besteht aus" - Position existiert nicht ohne Bestellung
Team ◇─── Mitglied | Bestellung ◆─── Position
Kursiv = abstrakte Klasse
Ein Interface definiert einen Vertrag (nur Operationen, keine Implementierung). Eine Klasse, die das Interface umsetzt, steht über die Realisierungsbeziehung damit in Verbindung: gestrichelte Linie + leeres Dreieck zum Interface.
| Element | Darstellung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Interface | Klasse mit Stereotyp «interface» (kursiver Name) | Vertrag ohne Implementierung |
| Realisierung | GESTRICHELTE Linie + LEERES Dreieck △ | Klasse setzt Interface um („implements“) |
Merke: Vererbung = durchgezogen + Dreieck · Realisierung = gestrichelt + Dreieck. Gleiche Spitze, andere Linie!
Das offizielle IHK-Beiblatt beschriftet diese Beziehung mit „Implementierung" (Klasse → «interface»). Gemeint ist dasselbe wie die hier gezeigte Realisierung – beide Begriffe sind UML-konform und austauschbar.
Hinweis: Die Abhängigkeit steht nicht auf dem IHK-Beiblatt – sie ist also nicht als Vorlage vorgegeben. Sie ist trotzdem gültiges UML und kann im Aufgabentext verlangt sein, daher hier zur Vollständigkeit.
Eine Abhängigkeit ist die schwächste Beziehung: Klasse A benutzt Klasse B nur vorübergehend – z. B. als Methodenparameter, lokale Variable oder Rückgabetyp. Es gibt kein dauerhaftes Attribut.
| Element | Darstellung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Linie | GESTRICHELT | Lose, temporäre Nutzung |
| Pfeilspitze | OFFEN > (zum Benutzten) | A hängt von B ab |
| Typische Auslöser | Parameter, lokale Variable, Rückgabewert | „uses“ statt „has“ |
Abgrenzung: Wird B dauerhaft als Attribut gehalten → Assoziation/Aggregation. Wird B nur kurz benutzt (Parameter/lokal) → Abhängigkeit.
| Notation | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | Genau eins | Auto hat 1 Motor |
| 0..1 | Optional | Person hat 0..1 Ehepartner |
| * oder 0..* | Beliebig viele | Kunde hat * Bestellungen |
| 1..* | Mindestens eins | Bestellung hat 1..* Positionen |
Legende: ── Assoziation | ◆─ Komposition | ─> Gerichtete Assoziation
| Element | Darstellung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Objekt/Lebenslinie | Rechteck + gestrichelte Linie | :Klassenname oder objekt:Klasse |
| Aktivierungsbalken | Schmales Rechteck auf Lebenslinie | Objekt führt gerade Code aus |
| Nachricht | Horizontaler Pfeil | Methodenaufruf |
| Typ | Linie | Pfeilspitze | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Synchron | Durchgezogen | GEFÜLLT ▶ | Sender wartet auf Antwort |
| Asynchron | Durchgezogen | OFFEN > | Sender wartet NICHT |
| Rückgabe | GESTRICHELT | OFFEN > | Antwort auf synchronen Aufruf |
Unterschied zur synchronen: gleiche durchgezogene Linie, aber offene statt gefüllter Spitze. Der Sender wartet nicht auf eine Antwort.
Diese drei Elemente stehen ausdrücklich auf dem IHK-Beiblatt und tauchen regelmäßig in AP2-Sequenzdiagrammen auf.
Pfeil vom Objekt zu sich selbst – das Objekt ruft eine eigene Methode auf.
create = gestrichelter Pfeil auf den Objekt-Kopf (Objekt entsteht hier). X = Lebenslinie endet, Objekt wird zerstört.
| Fragment | Bedeutung | Verwendung |
|---|---|---|
| alt | Alternative | if-else (mit [guards]) |
| opt | Optional | if ohne else |
| loop | Schleife | while/for [min,max] |
| par | Parallel | Gleichzeitige Ausführung |
| break | Abbruch | Vorzeitiger Ausstieg |
Legende: ▶ Synchrone Nachricht | - - -> Rückgabe | alt = if-else mit [Guards]
| Element | Symbol | Beschreibung |
|---|---|---|
| Startknoten | ● (gefüllter Kreis) | Beginn des Ablaufs |
| Endknoten | ◉ (Kreis mit Punkt) | Beendet alle Aktivitäten |
| Ablaufende (Flow Final) | ⊗ (Kreis mit X) | Beendet nur den aktuellen Fluss, andere Pfade laufen weiter |
| Aktivität | Abgerundetes Rechteck | Auszuführende Aktion |
| Entscheidung (Decision) | ◇ Raute (1 rein, n raus) | Verzweigung mit [Guards] |
| Zusammenführung (Oder) (Merge) | ◇ Raute (n rein, 1 raus) | Alternative Pfade zusammenführen |
| Teilung (Splitting) (Fork) | ▬ Balken (1 rein, n raus) | Parallele Pfade starten |
| Synchronisation (Und) (Join) | ▬ Balken (n rein, 1 raus) | Parallele Pfade synchronisieren |
| Verzweigung | Zusammenführung | Bedeutung |
|---|---|---|
| ◇ Entscheidung (Decision) | ◇ Merge (Raute!) | ENTWEDER-ODER Pfade |
| ▬ Fork (Balken) | ▬ Join (Balken!) | UND Pfade (parallel) |
Merkregel: Raute → Raute | Balken → Balken
Join wartet auf ALLE parallelen Pfade!
Schwimmbahnen (engl. Swimlanes, UML-Begriff: Partitionen) teilen das Diagramm in Spalten (oder Zeilen) auf und ordnen jede Aktivität einem Verantwortlichen zu – Person, Rolle, Abteilung oder System. So wird sichtbar, wer was macht. Im IHK-Beiblatt heißen sie „Schwimmbahn 1 / Schwimmbahn 2".
Sobald eine AP2-Aufgabe Formulierungen wie „der Kunde …“, „das System …“, „der Sachbearbeiter …“ mischt, erwartet der Erwartungshorizont meist ein Aktivitätsdiagramm mit Swimlanes. Jede Aktivität gehört eindeutig in genau eine Lane.
Regel: Eine Aktivität liegt in der Lane, deren Verantwortlicher sie ausführt. Eine Transition, die die Lane wechselt, bedeutet eine Zuständigkeits-Übergabe.
| Fehler | Richtig |
|---|---|
| Aktivität auf einer Lane-Grenze platziert | Eindeutig in einer Lane |
| Start-/Endknoten vergessen einzuordnen | Auch sie liegen in einer Lane |
| Decision-Raute über mehrere Lanes gezogen | Raute gehört zu der Lane, die entscheidet |
| Element | Darstellung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Einfacher Zustand | Abgerundetes Rechteck | Zustand ohne interne Aktionen |
| Zustand mit Aktionen | Zweigeteilt: Name | entry/do/exit | Zustand mit internen Aktionen |
| Startzustand | ● (gefüllter Kreis) | Initialer Zustand |
| Endzustand | ◉ (Kreis mit Punkt) | Finaler Zustand |
| Aktion | Wann? | Beispiel |
|---|---|---|
| entry / | Beim Betreten | entry / lampeAn() |
| do / | Während (unterbrechbar) | do / blinken() |
| exit / | Beim Verlassen | exit / lampeAus() |
| ereignis / | Bei internem Ereignis (ohne Zustandswechsel) | tasteGedrückt / zähleHoch() |
Das IHK-Beiblatt listet im Zustandskörper genau diese vier Zeilen: entry/aktion, do/aktion, exit/aktion, ereignis/aktion.
Format: Ereignis [Guard] / Aktion - alle Teile sind optional!
Im IHK-Beiblatt steht dieselbe Notation als operation[bedingung]/verhalten – nur andere Wörter, gleiche Struktur.
after(Zeitdauer)Ein Übergang kann auch durch Zeitablauf ausgelöst werden. Statt eines Ereignisses steht dann after(Zeitdauer) an der Transition – z. B. after(30s) für „nach 30 Sekunden automatisch wechseln". Das IHK-Beiblatt zeigt diesen Auslöser ausdrücklich.
Legende: ● Start | ◉ Ende | Transitionen: ereignis [guard] / aktion
In UML 1.x (1997-2005) wurden Rauten häufig für Verzweigungen in Zustandsdiagrammen verwendet – ähnlich wie in Aktivitätsdiagrammen. Seit UML 2.0 werden Guards bevorzugt direkt an Transitionen geschrieben.
Ältere IHK-Materialien und Prüfungen könnten noch die Rauten-Notation verwenden!
| Symbol | Name | UML-Version | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| ◇ | Choice | UML 2.x | Dynamische Entscheidung (Guard zur Laufzeit ausgewertet) |
| ◇ | Junction | UML 1.x/2.x | Statische Verzweigung / Zusammenführung |
Vorteil: Kompakter, keine Extra-Symbole nötig
Wenn du in einer Prüfung eine Raute im Zustandsdiagramm siehst → es ist eine Choice/Junction aus UML 1.x-Zeiten.
Für eigene Diagramme: Verwende besser Guards direkt an der Transition – das ist der moderne UML 2.x Standard.
| Diagramm | Element | Linie | Spitze |
|---|---|---|---|
| Use-Case | Assoziation | Durchgezogen | KEINE |
| «include» | Gestrichelt | OFFEN > | |
| «extend» | Gestrichelt | OFFEN > | |
| Generalisierung | Durchgezogen | LEERES △ | |
| Klasse | Assoziation | Durchgezogen | KEINE (bidirektional) |
| Gerichtete Assoziation | Durchgezogen | OFFEN > (navigierbar) | |
| Vererbung | Durchgezogen | LEERES △ | |
| Realisierung | Gestrichelt | LEERES △ | |
| Abhängigkeit | Gestrichelt | OFFEN > | |
| Aggreg./Komp. | Durchgezogen | ◇/◆ am Ganzen | |
| Sequenz | Synchron | Durchgezogen | GEFÜLLT ▶ |
| Asynchron | Durchgezogen | OFFEN > | |
| Rückgabe | Gestrichelt | OFFEN > | |
| Aktivität | Kontrollfluss | Durchgezogen | OFFEN > |
| Zustand | Transition | Durchgezogen | OFFEN > |
Diese Kurzreferenz basiert auf dem offiziellen UML 2.5.1 Standard (OMG Document formal/2017-12-05).
UML 2.5.1 Kurzreferenz | Zu den Aufgaben
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